GOTT IST DA
„Es gibt Menschen, die sich nicht ganz sicher sind, dass ihnen der Herr helfen wird. Wohingegen ich hier bin, um ihnen - das was sie nicht wissen - zu suggerieren: Gott ist da, und das Erbarmen Gottes hört uns“, sagt Erzpriester Mile, der einer unserer ältesten Priester und sogar ein Jahr älter als der Patriarch Pavle, mit dem er in die Schule ging, ist..
Erzpriester Miodrag Milovanović, „prota“ (abgekürzt vom serb. „protojerej“ = Erzpriester) Mile wurde mit 23 Jahren Priester. 1936 weihte ihn der Bischof von Žiča Nikolaj Velimirović zum Priester. Der Erzpriester sagt gern, dass er Priester in drei unangenehmen Epochen unserer Kirche und unserer Gesellschaft war: vor, während und nach dem 2. Weltkrieg. Die Besorgnis und das Fühlen des bevorstehenden Konfliktes kennzeichneten die ersten Jahre seines kirchlichen Dienstes als Priester. In dieser Zeit besuchte das Volk nicht so oft die Gebetshäuser, aber es war sehr gläubig.
„Wenn große Feiertage waren, am Heilig Abend, an Weihnachten, zu Ostern und am Karfreitag, war die Kirche voll, das Volk feierlich angezogen und geistlich konzentriert: man fühlte, dass es vorbereitet für das Gebet ist. Das begeisterte uns und hielt uns in guter Stimmung sowie in der großen Hoffnung, dass - auch wenn der Krieg kommt - unser orthodoxer Glaube und unsere orthodoxe Kirche bewahrt bleibt“, erinnert sich Erzpriester Mile.
Auch aufgrund der Aktivitäten des Bischofs Nikolaj, den das Volk sehr mochte und schätzte, war dies eine besondere Zeit. „Über den Bischof Nikolaj, dem Heiligen und seinen Wert, weiß nicht einmal 10% der Menschheit Bescheid, obgleich sein Name weltweit bekannt ist. Aber die gesellschaftliche Entwicklung und die Veränderungen waren so, dass diese einem Geistlichen - einem Heiligen auf unserer Erde - keine Bedeutung entgegenbrachten. Er gründete und schätzte die Bewegung der Gemeinschaft eifriger und strebsamer Gläubiger (serb. „bogomoljački pokret“). Das was wir Priester nicht schafften, das erreichte er: er brachte den Bauer und den Dorfbewohner - unser Volk in die Kirche. Wenn er in die Kirche geht, folgt ihm eine Menschenmasse nach. So dass ich mich oft an die Zeit Jesu Christi erinnere. Jesus Christus predigte unaufhörlich dreieinhalb Jahre von morgens bis abends. Deswegen sagte er auch soviel. Es ist nur sehr wenig in den Heiligen Evangelien beschrieben. Ich erinnere mich an den Einzug Jesu Christi in Jerusalem, oder wie der Herr Jesus Christus zur Predigt aufbricht und die Menschen ihm nachfolgen, ihm jeden Tag unaufhörlich hinter herziehen. Das passierte sehr oft auch beim Heiligen Bischof Nikolaj Velimirović. Als ich ein Theologiestudent war ging ich manchmal zu diesen Versammlungen: das war eine große Menschenmasse, die sich um den Bischof herum versammelte. Manchmal schämte ich mich auch. Warum? Nun beispielsweise steht ein Mann auf: es ist ein Landwirt, der über etwa zwei oder vier Jahre Grundschulausbildung verfügt, und er hält einen Vortrag auf dieser Versammlung. Dabei interpretiert er das Heilige Evangelium und die Heilige Schrift. Und während ich junger Theologiestudent ihm zuhörte, schämte ich mich manchmal wie tief er in den Sinn des Heiligen Evangeliums eintauchte, und wie sehr er den Inhalt des Heiligen Evangeliums und der Orthodoxie verstand, wobei er nur dem Bischof Nikolaj folgte und ihm zuhörte. Das war eine Bewegung, die auch die Seele und das praktische Leben unseres Volkes einvernahm: Eine Bewegung mit dem Ziel diejenigen, die nichts wussten zu lehren, und alle diejenigen, die Wissen hatten, dazu zu bewegen an den Weisheiten der Kirche - des Evangeliums - festzuhalten“, erzählt Erzpriester Mile, wobei er sich an die Zeit, als der Bischof Nikolaj Velimirović sein Volk das Wort Gottes lehrte, erinnerte.
Der Herr rettete mich
„Ich habe die Angewohnheit ein wenig im Scherz zu sagen: wenn ich während des zweiten Weltkrieges zwölf Leben gehabt hätte, hätte ich dieselben auch verloren. Denn ich weiß auch nicht wie ich diesen einen Kopf bewahrte. Ich glaube daran, dass es Gottes Wille ist. Warum? Der Ort an dem ich war - meine Pfarrgemeinde - lag in der Nähe von Suvobor in der Ravna Gora. Bekanntlich befand sich dort die sich nicht übergebende jugoslawische Armee in ihrer Heimat, das war die Bewegung aus der Ravna Gora. Denn der Name „Tschetniks“ ist ihnen aufgezwungen. Dieser Teil der jugoslawischen Armee wollte sich der deutschen Besatzungsmacht in ihrer Heimat nicht übergeben. Deshalb gingen sie in den Wald. Das Zentrum ihrer Organisation war die Ravna Gora, wobei zum Territorium der Ravna Gora auch das Dorf Koštunići, in dem ich Gemeindepriester war, gehört. Die Deutschen führten unzählige Male mit ihren Truppen frontale Angriffe auf die Ravna Gora durch mit dem Ziel die im Wald auftretende Organisation zu zerschlagen und Draže Mihajlović zu finden. Und wir mussten uns auch in Sicherheit bringen: wegrennen von diesem Ansturm und den Durchsuchungen. Das waren ständige Bedrohungen. Es gab auch den Befehl, dass man für einen getöteten deutschen Soldaten hundert Serben erschießen lässt. Die Deutschen taten dies auch. Wir ertrugen dies alles, ängstigten uns Tag und Nacht und versteckten uns - insbesondere die Männer - in den Wäldern. Auch die Versorgung war schwierig: denn es gab keine Nahrung. Es kamen Krisen auf mich und meine Familie zu. Diese fielen mir jedoch nicht schwer, da ich an die Güte meiner Gemeindemitglieder, die immer das allernotwendigste brachten, glaubte. Die Menschen kamen in die Kirche: denn wenn das Leid da ist, dann sucht man Hilfe. Es gab keine Verbote, alle Heiligen Sakramente konnten wir ausüben und die Menschen waren gottesfürchtig. Sie müssen noch etwas verstehen: die größte Okkupation war die fast fünf Jahrhunderte andauernde Sklaverei der Serben unter der Türkenherrschaft, unter der die Menschen sich zu zweit nicht einmal treffen durften. Trotzdem bewahrten sie den Glauben. Sie bewahrten die Nation. Das Volk wurde nicht vernichtet. Das ist ein Wunder. Die Menschen wussten ihren Glauben und ihre Nation zu bewahren.
Der Krieg verging. Die Nachkriegszeit kam und es schien mir so, dass diese Jahre nach dem Krieg schwieriger waren als die Zeit während der Besatzung. Während des Krieges konnte ich mich in Sicherheit bringen. Aber vor den Atheisten, den Ungläubigen konnten wir Priester uns nicht verstecken. Die Gegner der kommunistischen Herrschaft werden erschossen, die Menschen werden nachts aus den Wohnungen geführt und umgebracht. Ich verurteile nicht die gesamte Bewegung der Befreiungsarmee, dort gab es auch kultivierte Menschen mit dem Wunsch unser Land von den Besatzern zu befreien, das verstehe ich schon. Aber es war definitiv sehr schwer für uns Priester, das ist sicher. Ich kann auf niemanden die Schuld schieben; aber ich kann mein persönliches Erlebnis – so wie es war - hier aufführen. Ich vermeide es über eine bestimmte Nacht zu sprechen, darüber sprach ich nicht einmal zu meinen besten Freuden. Und ich weiß auch nicht warum ich sogleich darauf komme, wahrscheinlich weil es mich bedrückt. Ich vermied darüber zu sprechen, denn wir sind nicht alle so stark im Glauben, um an Wunder und an die Hilfe Gottes zu glauben. Vielleicht würde jemand das denken: Ach, der Erzpriester erzählt eine Geschichte. Aber auch wenn der größte Atheist in dieser Nacht an meiner Stelle im Zimmer gewesen wäre, hätte er am nächsten Tag darum ersucht getauft zu werden, die Beichte abgenommen zu bekommen und die Eucharistie entgegenzunehmen.“
Das Wunder Gottes
„Nun hier ist das Ereignis. Eines Nachts gegen ein Uhr kommt in meinen Hof eine bewaffnete Gruppe. Es herrscht Dunkelheit. Es gibt kein Mondlicht. Es gibt kein Licht. Es ist eine dunkle Nacht, so dass man nicht einmal die Hand vor den Augen sieht. In mein Zimmer tritt ein Soldat ein, der eine Taschenlampe anschaltet und mich damit im Zimmer sucht: so wie er in meine Richtung sucht, schaltet sich die Lampe aus. Wieder streckt er die Lampe in meine Richtung und wieder passiert ihm dasselbe. Ich höre wie er Gott verflucht, da er zwei Meter von mir weg steht. Ich sage zu mir, nur Du Herr kannst mich retten: Dein Wille geschehe. Die vier anderen Soldaten befanden sich unter dem Fenster mit jeweils zwei Maschinengewehren und der Fünfte kommt herein und findet mich nicht. Ehrlich gesagt, wenn ich kein Priester gewesen wäre, wäre ich nach diesem Zeitpunkt Bischof geworden, Mönch oder ein Eremit, der an nichts weitere als nur an Gott - und das täglich - denken würde. Und wäre ich der größte Ungläubige gewesen, so fände ich danach zum Glauben“, stellt Erzpriester Mile fest.
Auf die Frage, ob in diesen kommunistischen Zeiten das Volk in die Kirche kam, sagt er dass dies eine „schwere Frage“ ist.
„Die Menschen wollten in die Kirche gehen, denn schon während des Krieges haben die Menschen allerlei erlebt. Wenn eine Krise da ist, dann suchen die Menschen das Gebet. Dabei gab es Ängste: denn diejenigen, die eine Arbeit hatten, beschwerten sich bei uns Priestern, dass sie ihre Arbeit verlieren, wenn sie ihr Hauspatronfest feiern. Sie mussten doch ihre Familien ernähren. So etwas gab es, aber es existierten auch Mutige, die offen in die Kirche kamen, so dass es schließlich nicht überall gleich war. Es hängt alles vom Menschen ab. Mehrmals sah ich mit eigenen Augen, dass in der Kirchenecke ein junger Mann stand, der aufschrieb wer in die Kirche kommt“, erzählt Vater Mile und stellt dabei fest, dass die Situation heute sehr viel besser ist. Zu Erzpriester Mile, der jetzt in der dem Feiertag „Schutzfest der Allheiligen Mutter Gottes“ (serb. „Pokrov Presvete Bogorodice“) gewidmeten Kirche ist, kommt eine große Anzahl von Trost und Rat suchenden Menschen. Wir sprechen gemeinsam über die Familie und über die Jugendlichen.
„Die Zeit des Kommunismus, der Verwaltung durch Ungläubige hat zahlreiche Spuren hinterlassen. In der Schule gab es keinen Glaubensunterricht. Heute sind die Eltern mit dem Verdienst belastet, die Kinder sind der Strasse überlassen und deshalb ist die Familie zu einem gewissen Grad zerstreut. Nicht dass wir weinen würden, aber die Situation ist ernst. Heutzutage gibt es keine Ehrfurcht mehr. Ein Philosoph sagte, ich denke es war Nietzsche, auch wenn es Gott nicht gibt, so sollte man ihn erschaffen. Das philosophierte er, wohingegen ich ihm sagen würde: es gibt ihn ganz sicher. Warum sollte man ihn erschaffen? Weil man sich davor ängstigen sollte nicht korrekte, sündige und feindliche Schritte gegenüber einem anderen Menschen im Leben zu machen.
Wenn der Mensch vor keiner Strafe Angst hat, dann macht er was er will, auf was er gerade Lust hat, und die Natur des Menschen neigt zur Sünde. In der Welt des Materialismus besteht kein Gott, nur der Gott der Dinge. Wie sollen denn Eltern, die wiederum von ihren eigenen Eltern nicht von Gott sondern von Lenin erfahren haben, genauer gesagt gelernt haben dass es Gott nicht gibt, wie sollen diese ihren Sohn oder ihre Tochter die Evangelische Wahrheit, das Leben und den Glauben näher bringen? Damit ein Kind älteren Menschen gegenüber Achtung entgegenbringt muss es zuerst jemandem Ehrfurcht entgegenbringen, der alles sieht: Gott. Erst vor kurzem kam eine mir liebe Ärztin, mein geistliches Kind, zu einem Gespräch…“Prota Mile, was soll ich machen: meine Söhne sind 13 und 15 Jahre alt. Sie wollen mir nicht folgen.“ Und ich sagte ihr: „….Bitte deinen Sohn.“ Da sagte sie so zornig: „Was, mein Kind soll ich bitten!“ Daraufhin sprach ich zu ihr: Wenn Du ihn bittest, so besteht zu 60 - 70 % die Wahrscheinlichkeit, dass er folgt. Aber wenn du ihm befiehlst, dann beträgt diese nicht einmal 10%, dass er folgt. Heutzutage gibt es keine Befehle und den Stock für die Jugendlichen, den wirf weg, vergiss es.
Das Kind muss fühlen, dass sie die Eltern von ihm sind, und dass ihre Liebe gegenüber ihm übergroß ist: so muss es fühlen, dass sie es auf den richtigen Weg bringen wollen. Die Eltern sollten die Kinder die Weisheiten des Evangeliums lehren: dass sie niemandem etwas Böses zufügen, und dass sie nicht einmal daran denken dürfen; dass der Glaube ohne gute Taten nichts ist, so wie das der Apostel Paulus sagte: „So soll es ihnen nicht lästig fallen, Gutes zu tun.“ Die Liebe ist der Grundpfeiler im Leben des Menschen. Wenn es die Liebe in mir, in ihnen und in ihm gibt, dann existiert die Liebe zwischen uns. Die Liebe ist das Fundament und zwar nur die reine christliche Liebe.“
Die reine Liebe
„Wenn ich den jungen Menschen über die Liebe erzähle, so muss ich sehr vorsichtig sein. Denn sie denken an die körperliche Liebe: da ist mir eine ins Auge gefallen, sie gefällt mir…Nein, das ist nicht die Liebe. Ich spreche mit ihnen über die christliche reine Liebe. Und das heißt, ich kann nicht einmal reden, nicht einmal denken, nicht einmal irgendetwas Böses tun, sogar nicht gegenüber einem Feind. Denn das sagte der Herr Jesus Christus: liebt sogar eure Feinde. Diese evangeliumsgleiche Liebe trägt der Mensch in sich. Gott ist die Liebe und Gott wollte den Menschen sich ähnlich erschaffen. Deshalb gab Er dem Menschen die Liebe und den Glauben, den Verstand, den Willen und die Gefühle. Wenn der Mensch den Verstand von Gott hat, und wenn er diesen nennen wir es einmal „eigenen Apparat“ folgen will, dann werden seine Schritte vernünftig und menschlich sein, denn der Verstand macht keine Fehler. Ein reiner Verstand fehlt nicht, denn er ist von Gott. Wenn der Mensch den Verstand nicht hätte, dann würde der Mensch machen was er will. Wenn er seinem eigenen Verstand nicht folgt überwiegen die Gefühle, und das dürfen sie nicht - zuerst der Verstand und dann die Gefühle. Die Gefühle unserem Verstand anpassen heißt festzustellen, ob das was wir fühlen, ob die Liebe gegenüber jemandem, unsere Entscheidung für jemanden, ob diese Aktion sowohl uns als auch anderen von Nutzen sein kann und ob diese niemandem schadet. Wenn das so ist, dann gib dich ruhig deinen Gefühlen hin. Den Jugendlichen sage ich: dann kannst du dich auch verlieben, eine Ehe eingehen und eine Familie gründen, wenn du all dies vorher erkennst. Heutzutage werden sogar Ehen, die nicht mit dem Verstand nachvollziehbar sind, vollzogen.
Wir lernten uns dort und dort kennen und ab geht’s gleich zum Standesbeamten. Dies ist das Unverständliche, welches ich vorhin erwähnte: eine schwer erklärliche Annährung, bei der irgendwelche fleischlichen und körperlichen Gefühle die Oberhand übernehmen. Ich sage zu ihnen: Kinder spricht miteinander, setzt euch hin und spricht bei einer Tasse Kaffee miteinander. Wir konnten zu unserer Zeit früher solche Gespräche, die sie heute führen können, nicht führen. Dann fragt doch einfach: Hey, Du magst Du Kinder? Möchtest Du auch, dass wir eine Familie haben, oder dass wir nur so zum Zeitvertreib/ Vergnügen miteinander sind? Bist du dafür, dass ich morgens das Frühstück mache, oder willst du das lieber machen? Man spricht einfach alle Dinge durch.
Und wenn man sich bei 80% einig ist, dann geht in die Ehe; wohingegen wenn man sich nicht einmal über 50% der Dinge einig werden kann, dann geht ganz und gar nicht einmal eine Beziehung ein. Dieses Zusammenkommen vor der Ehe, das ist sehr schmerzhaft für die orthodoxe Kirche, das ist eine schwerwiegende Sünde. Ich sage nicht, dass es dies zu meiner Zeit nicht gab - man sollte nicht unaufrichtig sein: Das gab es, aber nicht in diesem Ausmaß. Dies hat alle Maße überschritten, so sehr dass der Mensch weinen könnte. Aber was nützt das. Manchmal sage ich offen: mein Kind, verstehe mich nicht falsch wenn ich dir dies sage; verstehe dieses Gespräch als wäre es ein Arztgespräch. Denn wenn der Arzt sich mit dem Kranken unterhält, so muss dieser ihm alles ehrlich sagen. Diese Unzucht ist verboten. Das ist eine große und schwerwiegende Sünde“, sagt Erzpriester Mile, der 180 geistliche Kinder hat und darauf besteht, dass diese untereinander kontaktieren, sich sehen, sich treffen, miteinander sprechen und dass sie sich versammeln und einander helfen.
Am Ende des Gesprächs fragen wir ihn auch über das Gebet. „Wir Priester und die orthodoxe Kirche halten uns stark an Gebete, an Wunder, an die Hilfe Gottes: das ist kurz gesagt die Allmacht des Herrn. Wenn wir daran nicht glauben, dann bringen all unsere Gespräche nichts. Wir glauben auch an die Hilfe durch das Gebet. Die einen sagen, das ist die Suggestion des Priesters. Nun, so sei es dann auch die Suggestion, aber wenn ich das sage so bin ich nicht zu den Häretikern gegangen. Dann soll es eben Suggestion heißen. Und ich erkläre das so: derjenige, der zu mir kommt, damit ich ihm ein Gebet lese, ist sich nicht ausreichend sicher, dass ihm Gott helfen wird. Und ich suggeriere ihm das was er nicht weiß: Gott ist da. Auf jedem von uns ist das Erbarmen Gottes, das uns hört“, spricht Erzpriester Miodrag Milovanović, „prota Mile“, der Gemeindepriester von Belgrad und Direktor des serbischen Patriarchats in Pension, Geistlicher der Priesterschaft des Erzbistums sowie Ikonenmaler ist.
Ljiljana Sinđelić Nikolić
Übersetzung: A. Dimitrijević

